Musik gemacht (pt. i)
Ich habe 1995 zum letzten Mal in einer Band gespielt. Es war eine recht gute Band, was man vielleicht daran ablesen kann, dass (Achtung, jetzt wird's kompliziert) die Hälfte von ihr mitlerweile ein Drittel von Japanische Kampfhörspiele bildet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch schon Soloveröffentlichungen herausgebracht, aber ab 1995 war ich nun endgültig zum musikalischen Einsiedler geworden. Es gab zwar seitdem noch die eine oder andere Kollaboration, aber in den meisten Fällen war ich dann doch der "musikalische Leiter" oder habe wirklich nur einen Aushilfsjob übernommen.
Witzigerweise (naja, so witzig war das irgendwie gar nicht) gab es zu der Kollaboration, um die es hier geht, noch ein Vorspiel, das aber damit endete, dass die meisten Mitstreiter nicht mehr mitmachten, ja nicht einmal mehr mitstritten, sondern offenbar der Meinung waren, mir nicht gewachsen zu sein. Dies hat mir einiges über die Leute gesagt, aber durchaus auch das eine oder andere über mich.
Wie dem auch sei - im Herbst war es dann soweit, dass ich einen mir bekannten Schlagzeuger fragte, ob er sich nicht an einem Stück beteiligen wolle, wobei ich ihm freistellte, nur einen Studio-Job abzuliefern oder aktiv mitzuarbeiten. Zu meiner großen Freude entschied er sich für letzteres. Freudig erregt war ich aus mehreren Gründen:
Kommen wir nun zur Rezeption des Ergebnisses, denn tatsächlich war das Feedback erschreckend mau und teilweise sogar explizit negativ. Die Gründe dafür sind vielfältig, und ich will auch gar nicht hier 'rumweinen, dass sie m.E. vor allem mit meiner Person zu tun haben; dennoch möchte ich zu ein paar Stellung nehmen.
Wenn ich mir zudem angucke, welcher Aufwand dafür betrieben wurde, muss ich schon festhalten, dass dieser Song geradezu nebenbei fertiggestellt wurde, denn niemand hat sich dafür tage- oder wochenlang freigenommen, sondern seinen Teil stattdessen neben Arbeit, Familie, sonstigen Hobbys und Aktivitäten fertiggestellt.
Desweiteren haben sich -wie ich ja oben schon sagte- meine persönlichen Hoffnungen allesamt erfüllt bzw. sie wurden sogar teilweise übertroffen.
Die Bewertung des Ergebnisses unterliegt natürlich mal wieder dem persönlichen Geschmack (
), aber ich für meinen Teil kann mich gut mit unserem Song identifizieren und spiele ihn anderen auch gerne vor.
Ach ja, das Wichtigste hatte ich ja noch vergessen: den Song kann man sich übrigens hier anhören.
n.p.: daghoti. w/ lieutenant kruger - The Peaceful Atom
(wie geil ist das denn bitteschön!?!)
Es gibt übrigens einen Nachtrag zu diesem Post, weil ich was vergessen hatte und manch einer meine Intention wohl etwas missverstanden hat.
Witzigerweise (naja, so witzig war das irgendwie gar nicht) gab es zu der Kollaboration, um die es hier geht, noch ein Vorspiel, das aber damit endete, dass die meisten Mitstreiter nicht mehr mitmachten, ja nicht einmal mehr mitstritten, sondern offenbar der Meinung waren, mir nicht gewachsen zu sein. Dies hat mir einiges über die Leute gesagt, aber durchaus auch das eine oder andere über mich.
Wie dem auch sei - im Herbst war es dann soweit, dass ich einen mir bekannten Schlagzeuger fragte, ob er sich nicht an einem Stück beteiligen wolle, wobei ich ihm freistellte, nur einen Studio-Job abzuliefern oder aktiv mitzuarbeiten. Zu meiner großen Freude entschied er sich für letzteres. Freudig erregt war ich aus mehreren Gründen:
- Ich hatte nach dem letzten gescheiterten Projekt, bei dem am Ende fast alles an mir hängengeblieben war, sehr große Lust auf eine kreative Zusammenarbeit. Die Vorgehensweise, dies ausschließlich über das Internet und nicht von Angesicht zu Angesicht abzuwickeln, fand ich auch nach der vorangegangenen Pleite interessant und gut (wobei ich nicht ungerecht sein möchte, denn diese Arbeitsweise hat zu Beginn gut gegriffen und wurde zumindest mit einem Projektmitglied erfolgreich bis zum Ende durchgezogen).
- Ich war mir durchaus unsicher, ob ich das alles nach sehr langer instrumentaler Abstinenz (Bass und Gitarre hatte ich mehr als ein Jahrzehnt lang nur mal für kurze Passagen in die Hand genommen) schultern können würde und brauchte daher vielleicht auch jemanden, der mir sozusagen etwas Dampf unterm Hintern macht. Ich hatte mir zwar ohnehin vorgenommen, demnächst wieder solo mehr mit Gitarre/Bass zu machen, aber ich benötigte einen rasanteren Start, als ich ihn aus eigenem Antrieb hätte hinlegen können.
- Der von mir gewählte Mitstreiter stand in hohem Ansehen bei mir, weil ich wusste, dass er a) ein mehr als ordentlicher Schlagzeuger war, b) über die entsprechenden Aufnahme-, Mixing, und Masteringmöglichkeiten sowie -fähigkeiten verfügte und c) mir persönlich sehr sympathisch war. An diesen Punkten hat sich nur insofern etwas geändert, dass sich sein Ansehen bei mir sogar noch potenziert hat, weil er sich darüber hinaus glänzend darauf verstand, das Projekt in geordnete Bahnen zu lenken und auch sonst alles richtig gemacht hat (außer dass er kurz vor Weihnachten eine nahezu komplett editierte Version zerschossen hat und davon kein Backup gemacht hatte). Dass mal nicht ich die gesamte "Tontechnik" in die Hand nehmen musste, habe ich auch sehr genossen.
Kommen wir nun zur Rezeption des Ergebnisses, denn tatsächlich war das Feedback erschreckend mau und teilweise sogar explizit negativ. Die Gründe dafür sind vielfältig, und ich will auch gar nicht hier 'rumweinen, dass sie m.E. vor allem mit meiner Person zu tun haben; dennoch möchte ich zu ein paar Stellung nehmen.- Ein Kritikpunkt war, dass der Song vor allem "anspruchsloses Standart[sic!]geriffe/lahmes Rumgeriffe" böte. Fakt ist, dass nie geplant war, das Rad neu zu erfinden, sondern tatsächlich, rockige Riffs aneinanderzureihen und es ein bisschen krachen zu lassen. Dass ich kein guitar hero bin bzw. nach all den Jahren auch keiner sein konnte, wusste zumindest ich selber vorher schon. Bin allerdings durchaus zufrieden, wenngleich ich manche Parts mittlerweile anders spielen würde.
- Desweiteren wurde bemängelt, dass der Song "nicht genug Substanz" habe. Jetzt wusste ich ja schon von meinen Solo-Sachen, dass die Rezeption darüber, was kompliziert/einfach klingt und tatsächlich kompliziert/einfach ist, sehr weit auseinanderklaffen kann. Dies kann z.B. an möglicherweise nicht so ausgeprägtem Musikverständnis, aber auch ganz einfach am Standpunkt liegen. In einem Interview wurde ich mal gefragt, wie ich diese komplizierten Sachen denn eigentlich behalten bzw. hinkriegen würde, worauf ich meine Meinung kundtat, dass ich das gar nicht könnte, wenn die Sachen wirklich kompliziert wären. Ist ja klar - ich war ja im Song drin, denn ich hatte ihn ja schließlich geschrieben und aufgenommen; dass ich dann eben im Gegensatz zum Hörer auch den absoluteren Überblick über die Songmatrix habe, sollte ja wohl klar sein. Im aktuellen Fall weiß ich als Beteiligter auch sehr wohl, wie viele Feinheiten (z.B. rhythmisch) im Song vorhanden sind. Von daher empfinde ich es fast als Lob, wenn das durchaus immanente "Muckertum" offenbar gar nicht so zum Tragen kommt. Ich selber liebe Songs/Platten/Interpreten, bei denen genau das gelungen ist.
- Der Song wurde als "zu lang" bezeichnet, wohl besonders weil er ohne Gesang auskommen musste und eben mit zu "anspruchslosem Riffing" versehen war. Die Songlänge ist in der Tat nicht auf meinem Mist gewachsen, denn bei mir wäre der Song wohl nur etwa halb so lang gewesen, weil ich nun mal dazu neige, viele Idee in kurzer Zeit unterzubringen. Da ich mich diesbezüglich ohnehin ändern wollte (hört man ja auch schon zumindest teilweise auf meiner letzten daghoti.-Veröffentlichung How tall is Robin Gibb?) und dabei auf das Drängen meines Mitstreiters gehört habe, werte ich diese Umsetzung für mich persönlich als Gewinn. Dies soll freilich nicht heißen, dass ich es ungerne gemacht habe; die Meinung, dass der Song zu lang ist, teile ich nicht einmal, weil die einzelnen Parts m.E. so variabel arrangiert wurden, dass die Songlänge völlig in Ordnung geht (was aber auch nicht heißt, dass ich nicht vielleicht doch irgendwann mal eine Gesangsspur hinzufügen werde).
- Einig waren sich die Kritiker wohl vor allem darin, dass sie von den beiden Beteiligten mehr erwartet hatten. Gut, für Erwartungshaltungen kann jeder Konsument nur selber etwas, solange sie nicht übertrieben von den Akteuren geschürt wurden, was hier sicherlich nicht der Fall war. Positiv nehme ich daraus mit, dass man mir offenbar durchaus etwas (und sogar mehr!) zutraut. ;)
Wenn ich mir zudem angucke, welcher Aufwand dafür betrieben wurde, muss ich schon festhalten, dass dieser Song geradezu nebenbei fertiggestellt wurde, denn niemand hat sich dafür tage- oder wochenlang freigenommen, sondern seinen Teil stattdessen neben Arbeit, Familie, sonstigen Hobbys und Aktivitäten fertiggestellt.
Desweiteren haben sich -wie ich ja oben schon sagte- meine persönlichen Hoffnungen allesamt erfüllt bzw. sie wurden sogar teilweise übertroffen.
Die Bewertung des Ergebnisses unterliegt natürlich mal wieder dem persönlichen Geschmack (
), aber ich für meinen Teil kann mich gut mit unserem Song identifizieren und spiele ihn anderen auch gerne vor.Ach ja, das Wichtigste hatte ich ja noch vergessen: den Song kann man sich übrigens hier anhören.
n.p.: daghoti. w/ lieutenant kruger - The Peaceful Atom
(wie geil ist das denn bitteschön!?!)
Es gibt übrigens einen Nachtrag zu diesem Post, weil ich was vergessen hatte und manch einer meine Intention wohl etwas missverstanden hat.
Labels: daghoti., Musik machen


1 Kommentare:
Ja meine Fresse.
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