Verhinderte(r) Musiker
Musikkritikern hängt man ja gerne an, dass sie nur deshalb so gerne an Musik rummäkeln, weil sie selber nie geschafft haben, etwas annähernd so Veröffentlichungswertes auf die Reihe zu bekommen. Gleiches gilt für Musiknazis wie mich, und vermutlich ist sogar was dran.
Habe mir ja letztens eine neue Gitarre gekauft, nachdem ich schon ewig nicht mehr richtig gespielt hatte. Anfang des Jahres hatte ich bekanntlich erstmals seit langer Zeit mal wieder einen richtigen Gitarrentrack gemacht; in den Jahren seit 1996 war da nicht mehr so viel, und daghoti. war vor allem Samplegeschiebe, bei dem ich nur hier und da mal was Kleines eingespielt habe.
Naja, so langsam hatte ich halt wieder Lust, und die neue Gitarre sollte nach der Initialzündung dazu führen, dass ich mich mal wieder mit diesem Instrument beschäftige. Bühnentauglich bin ich schon lange nicht mehr, und ich habe sogar festgestellt, dass ich im Stehen eigentlich gar nicht mehr spielen kann! Muss ich aber auch gar nicht, weil ich in den letzten Jahren eh immer nur gesessen habe, wenn ich was aufgenommen habe, und Robert Fripp sitzt ja schließlich auch.
Naja, so langsam hatte ich halt wieder Lust, und die neue Gitarre sollte nach der Initialzündung dazu führen, dass ich mich mal wieder mit diesem Instrument beschäftige. Bühnentauglich bin ich schon lange nicht mehr, und ich habe sogar festgestellt, dass ich im Stehen eigentlich gar nicht mehr spielen kann! Muss ich aber auch gar nicht, weil ich in den letzten Jahren eh immer nur gesessen habe, wenn ich was aufgenommen habe, und Robert Fripp sitzt ja schließlich auch.

Ca. zehn Jahre lang habe ich in Bands gespielt, bis ich es 1995 drangegeben habe, weil es sich gerade so ergab. Mit Ausnahme meiner letzten Band war ich immer für eine der jeweils zwei Gitarren zuständig gewesen, gleichzeitig aber auch für den Gesang, weswegen meine Parts dann oft eher überschaubar waren.
Nichtsdestotrotz konnte ich immer gut blenden, so dass jeder dachte, ich wäre richtig gut. Bei dem ersten Konzert meiner ersten richtigen Band habe ich z.B. bei der Bandvorstellung so ein völlig billiges Tapping-Solo gespielt, das offenbar so nachhaltig beeindruckte, dass ich fortan keine Rechenschaft mehr darüber schuldig war, wie gut oder wie schlecht ich bin. Tatsache war aber, dass ich mir oft genug einen abgebrochen habe, um die Sachen hinzukriegen, die sich unser erster Gitarrist so für mich ausgedacht hatte.
Nichtsdestotrotz konnte ich immer gut blenden, so dass jeder dachte, ich wäre richtig gut. Bei dem ersten Konzert meiner ersten richtigen Band habe ich z.B. bei der Bandvorstellung so ein völlig billiges Tapping-Solo gespielt, das offenbar so nachhaltig beeindruckte, dass ich fortan keine Rechenschaft mehr darüber schuldig war, wie gut oder wie schlecht ich bin. Tatsache war aber, dass ich mir oft genug einen abgebrochen habe, um die Sachen hinzukriegen, die sich unser erster Gitarrist so für mich ausgedacht hatte.
Bei der letzten Band, in der ich Gitarre spielte, hatte ich gegen Ende mal den Ehrgeiz, mehr zu spielen und gleichzeitig zu singen, was auch irgendwann ganz ordentlich klappte, aber dann bin ich bescheuerterweise wegen meiner damaligen Freundin (
) ausgestiegen und habe das nicht mehr weiter verfolgt. In der Band danach spielte ich Keyboards, da hatte sich das mit dem Gitarrespielen eh erledigt.
) ausgestiegen und habe das nicht mehr weiter verfolgt. In der Band danach spielte ich Keyboards, da hatte sich das mit dem Gitarrespielen eh erledigt.Ich bin nicht so der leidenschaftliche Festbeißer, und die Phasen in meinem Leben, in denen ich mich tatsächlich an etwas festbeißen wollte, sind von daher auch rar gesäht, aber zu dieser Zeit hätte es mit der Gitarre sogar klappen können.
Gitarre zu üben, hatte ich schon zu Zeiten, als ich noch Unterricht hatte, nie so recht eingesehen, und so habe ich meine Hausaufgaben dann immer erst eine halbe Stunde, bevor der Gitarrenlehrer kam, mal eben schnell gemacht. Begeistert war er selten, mir war's egal, weil der eh nur Sachen mit mir gemacht hat, die ich doof fand.
Hatte aber komischerweise auch umgekehrt irgendwie nie großen Bock, irgendwelche Lieblingsstücke oder Gitarrensoli zu lernen. Nach so Lagerfeuer-Nummern stand mir auch nie der Sinn, wobei ich das vielleicht schon gerne gekonnt hätte, aber drum kümmern wollte ich mich dann halt doch nie.
Hatte aber komischerweise auch umgekehrt irgendwie nie großen Bock, irgendwelche Lieblingsstücke oder Gitarrensoli zu lernen. Nach so Lagerfeuer-Nummern stand mir auch nie der Sinn, wobei ich das vielleicht schon gerne gekonnt hätte, aber drum kümmern wollte ich mich dann halt doch nie.
Wie gesagt - ich bin nicht so der Typ, der sich für sowas hinsetzt und stundenlang abmüht. Ich gebe mich schneller mit dem zufrieden, was ich habe, und fummle dann halt rum, bis ich das Gefühl habe, dass es mir gefällt. Dabei sind durchaus auch sehr geile Sachen rausgekommen, manchmal auch zufällig, was ich aber gar nicht verwerflich fand/finde. Ist so ein bisschen wie Scheitern als Chance...
Was ich damit sagen will - ich bin ein lausiger Gitarrist. Auch ein furchtbarer Sänger. Und Keyboards kann ich eigentlich auch nicht spielen. Geige und Xylophon, beides als Kind mal gelernt, kann ich auch nicht mehr; vielleicht konnte ich es nie, ist aber auch schon zu lange her, dass ich mich wirklich dran erinnern könnte. Auch nicht Bass, Schlagzeug und was ich über die Jahre sonst so spaßeshalber mal angepackt habe. Ich dilettiere halt so vor mich hin.
Und ja - vermutlich kompensiere ich sogar eigene Unzulänglichkeiten, wenn ich z.B. in meinen Ohren ätzendes Drumming wie das von Isis runtermache oder auch sonst gerne Haare in der Suppe suche und meist auch finde. Hören kann ich das nämlich schon, und ich wüsste auch, wie es besser gehen würde, aber besser machen könnte ich es selber so gut wie nie. Aber man kann ja zumindest so tun, nech!?
Und ja - vermutlich kompensiere ich sogar eigene Unzulänglichkeiten, wenn ich z.B. in meinen Ohren ätzendes Drumming wie das von Isis runtermache oder auch sonst gerne Haare in der Suppe suche und meist auch finde. Hören kann ich das nämlich schon, und ich wüsste auch, wie es besser gehen würde, aber besser machen könnte ich es selber so gut wie nie. Aber man kann ja zumindest so tun, nech!?
Nein, nein, das ist jetzt kein fishing for compliments hier, sondern durchaus ein Geständnis oder sowas in der Art. Vielleicht muss ich mich einfach ein bisschen unter Druck setzen, damit ich tatsächlich mal langsam mehr Gitarrespielen übe. Zumindest hängen die Klampfen hier jetzt alle schön an der Wand. Sieht nicht nur schick aus, sondern erinnert mich immer wieder an meinen Vorsatz, und tatsächlich nehme ich die eine oder andere zwischendrin auch mal runter, und wenn es nur für zwei Minuten oder sogar manchmal nur für ein Riff ist.Grundsätzlich hätte ich nämlich möglicherweise wirklich noch mal Lust darauf, a) es krachen zu lassen und b) mal Sachen zu spielen, bei denen ich mich nachher selber wundere, dass ich sie gespielt habe. Und vielleicht auch noch mal auf eine Band. Als ich letztens im Wohnzimmer zu Supermachineeyon von Dÿse abrockte, meinte meine Frau, ich solle doch noch mal sowas machen. War mir vorher gar nicht so in den Sinn gekommen, zumindest nicht bewusst. Mal gucken...
n.p.: Andromeda Mega Express Orchestra - Take off! (Show off! ;)
Labels: Musik machen


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